
2027 12 wundervolle Hakenkreuze 2025
Beschreibung
Zwölf wundervolle Hakenkreuzer Die Werkgruppe Zwölf wundervolle Hakenkreuzer versammelt zwölf großformatige Gemälde im Format zwei mal zwei Meter. Jedes Bild zeigt eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, deren politisches Wirken sich im rechten Spektrum verortet oder historisch dort verortet wurde. Unter ihnen befinden sich die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, der deutsche AfD-Politiker Björn Höcke sowie der nationalsozialistische Propagandaminister Joseph Goebbels. Die Arbeiten operieren bewusst mit einem Symbol, das in Deutschland untrennbar mit den Verbrechen des Nationalsozialismus verbunden ist. Während es in anderen kulturellen und religiösen Kontexten – etwa im Buddhismus – eine vollkommen andere, jahrtausendealte Bedeutung trägt, ist es hier ein historisch belastetes Zeichen, dessen öffentliche Präsenz starke Reaktionen provoziert. Diese Spannung bildet den konzeptuellen Kern der Serie. Die Porträts untersuchen die Ästhetik politischer Inszenierung: Körpersprache, Gestik, Bildregie, Rhetorik. Sie fragen nach Strategien der Selbststilisierung, nach der Konstruktion von Macht und nach den Mechanismen moderner Propaganda. Welche Bilder erzeugen diese Akteurinnen und Akteure von sich selbst? Welche Narrative werden aufgebaut, welche Ängste adressiert, welche Sehnsüchte bedient? Und wie wirken historische Bildcodes bis in die Gegenwart fort? Die bewusste Präsentation der Werke in Räumen, in denen ein solches Symbol als nicht hingehört, ist Teil des kuratorischen Konzepts. Die Ausstellung kalkuliert Reibung ein. Sie stellt nicht nur die dargestellten Personen zur Diskussion, sondern auch die Bedingungen des Zeigens selbst: Was darf Kunst? Wo beginnt Provokation, wo endet Verantwortung? Wird Ablehnung zur Verweigerung des Diskurses – oder zu dessen Beginn? Zwölf wundervolle Hakenkreuzer versteht sich nicht als Affirmation, sondern als analytische Zuspitzung. Die Serie konfrontiert Betrachtende mit der Macht visueller Zeichen und mit der Frage, wie politische Bildwelten entstehen, wirken und instrumentalisiert werden. Sie fordert dazu auf, genauer hinzusehen – gerade dort, wo das Hinsehen schwerfällt.