
SIMSON COHEN
Weitere Informationen zum Fall Simson Cohen
Erfahren Sie mehr über den Einsatz für Gerechtigkeit im Fall Simson Cohen und die Aufarbeitung von NS-Unrecht.
Zur Webseite simson-cohen.deBeschreibung
Simon Cohen feat Dietmar Schneider – Bildende Künstler Musiker Tänzer Erinnerung und Demokratie Entstanden ist das Projekt „Simon Cohen“ aus dem Erinnerungsprojekt Das Klavier in der Volme zum 80. Jahrestag der Pogromnacht. Ausgangspunkt war die Frage, wie Erinnerungskultur heute sichtbar und lebendig bleiben kann – gerade in einer Zeit, in der demokratische Werte zunehmend unter Druck geraten und gesellschaftliche Spannungen wachsen. Viele Menschen erleben politische Unsicherheit, gesellschaftliche Spaltung und ein Gefühl von Stillstand. Diese Entwicklungen sind auch in Deutschland deutlich spürbar. Vor diesem Hintergrund entstand der Wunsch, ein künstlerisches Projekt zu entwickeln, das sich mit Erinnerung, Verantwortung und demokratischem Zusammenleben auseinandersetzt. Im Austausch mit der Synagogengemeinde und dem Gemeindevorsteher in Hagen entwickelte sich daraus das Projekt Das Klavier in der Volme. Im Mittelpunkt steht die Geschichte des Hagener Geschäftsmannes mot jüdischen Glaube. und Metzgermeisters Simon Cohen. Während der nationalsozialistischen Verfolgung wurde er misshandelt und starb an den Folgen. Teile seiner Familie wurden später in Minsk ermordet. Das Klavier der Familie wurde während der Pogromnacht 1938 aus dem Fenster in die Volme geworfen – ein Bild, das zum Symbol des Projektes wurde. Zum Gedenken entstand ein umfangreiches Kunst- und Bildungsprojekt gemeinsam mit Grundschulen, weiterführenden Schulen, Künstlerinnen und Künstlern sowie zahlreichen Unterstützern. Erinnerung sollte nicht nur dokumentiert, sondern gemeinsam erlebt und künstlerisch verarbeitet werden. Die einzelnen Projekte, Arbeiten und Begegnungen werden auf diesen Seiten gesondert vorgestellt. Eine besondere Wendung nahm das Projekt anderthalb Jahre nach dessen Abschluss: Ein Nachfahre der Familie Cohen meldete sich . Daraus entwickelte sich eine intensive freundschaftliche Zusammenarbeit und ein fortlaufender Austausch über Familiengeschichte, Erinnerung und Verantwortung. Im Zuge dieser Gespräche wurden zudem historische Vorgänge sichtbar, die bis heute Fragen aufwerfen. Dazu gehören aus Sicht der Familie ungeklärte finanzielle und rechtliche Vorgänge aus der Zeit während und nach dem Krieg. Diese Themen sind Teil der historischen Aufarbeitung und fließen ebenfalls in die künstlerische Auseinandersetzung ein. Aus der Zusammenarbeit mit Simson Cohen entstehen bis heute neue Kunstprojekte, die sich mit Erinnerungskultur, Antisemitismus, Demokratie und gesellschaftlicher Verantwortung beschäftigen. Dabei steht stets die Idee eines offenen und respektvollen Zusammenlebens unterschiedlicher Religionen und Kulturen im Mittelpunkt. Die Projekte setzen sich zugleich kritisch mit Formen von Unterdrückung, Extremismus und Demokratiefeindlichkeit auseinander – unabhängig davon, aus welcher politischen oder religiösen Richtung sie kommen. Kunst wird hier als Möglichkeit verstanden, Fragen sichtbar zu machen, Diskussionen anzustoßen und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Das Projekt „Simon Cohen“ ist deshalb nicht nur ein Erinnerungsprojekt. Es ist ein fortlaufender künstlerischer Prozess über Geschichte, Gegenwart und die Verantwortung, Demokratie und Menschlichkeit aktiv zu verteidigen. Hagen benennt Marktbrücke um: Ein Zeichen der Erinnerung Anlässlich der Pogromnacht von 1938 wurde die Marktbrücke in Hagen feierlich in Simson-Cohen-Brücke umbenannt. Die Umbenennung, ehrt Simson Cohen, dessen Zuhause in der Pogromnacht zerstört wurde und der später an den Folgen der dabei erlittenen Verletzungen starb. Eine Gedenktafel erinnert nun an sein Schicksal und das aller jüdischen Opfer. Der Umbenennung ging eine Gedenkveranstaltung sowie ein Erinnerungsgang zu wichtigen Orten jüdischen Lebens in Hagen voraus.