STATT Anstatt Nichs . 4 Orte in Hagen
Beschreibung
4 historische Orte in Hagen STATT – 75 Jahre Befreiung von Auschwitz STATT – bewusst geschrieben als S T A T T – steht für ein Innehalten, ein Dagegenstellen, ein „anstatt wegzusehen“. Der Titel stellt eine Frage: Warum „Stadt“ – und nicht „statt“? Oder vielmehr: Was geschieht stattdessen, wenn Erinnerung sichtbar wird? Anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar entstand dieses Kunstprojekt als Intervention im öffentlichen Raum. Insgesamt wurden zwölf Skulpturen errichtet – an Orten, an denen nationalsozialistischer Terror stattgefunden hat: Orte, an denen jüdische Menschen verfolgt und ermordet wurden, aber auch Orte, die eine Verbindung zu rassistischer Gewalt in der Gegenwart herstellen, etwa zu den Morden des NSU. Die Skulpturen wurden in drei Städten installiert: in Dortmund, Köln und Hagen. In jeder dieser Städte markierten mehrere Standorte die Spuren von Gewalt und Erinnerung im urbanen Raum. Jede Skulptur wog etwa 120 Kilogramm und bestand aus Pflastersteinen. Dieses Material wurde bewusst gewählt: Pflastersteine stehen symbolisch für Wege – für Wege, die auch im Nationalsozialismus eine tödliche Bedeutung hatten. Historisch wurden unter anderem Grabsteine zweckentfremdet, um Wege zu pflastern, über die Menschen in Konzentrationslagern bis zu den Gaskammern getrieben wurden. Die Skulpturen greifen diese Geschichte auf und übertragen sie in die Gegenwart. Die Installation erfolgte ohne Genehmigung und ohne Vorankündigung. Diese bewusste Illegalität ist Teil des künstlerischen Konzepts: Erinnerung lässt sich nicht vollständig regulieren oder kontrollieren. Sie bricht sich ihren Weg – mitten in die Stadt, mitten in den Alltag. STATT ist eine temporäre Intervention, die Fragen stellt: Wie sichtbar ist Geschichte im öffentlichen Raum? Welche Orte tragen Erinnerung – und welche werden übersehen? Und was geschieht, wenn wir nicht nur erinnern, sondern