DIETMAR SCHNEIDER
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2018 2024 Umbenennung der Marktbrücke Vorbereitung

Weitere Informationen zum Fall Simson Cohen

Erfahren Sie mehr über den Einsatz für Gerechtigkeit im Fall Simson Cohen und die Aufarbeitung von NS-Unrecht.

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Beschreibung

Marktbrücke Umbenennung in Simson Cohen Brücke. Im Namen aller 578 ermordeten / vertriebenen Juden aus Hagen . Die Simon-Cohen-Brücke – Erinnerung sichtbar machen Die Umbenennung der Hagener Marktbrücke in Simon-Cohen-Brücke war ursprünglich nur ein Gedankenspiel. Während des Projekts „Klavier in der Volme“ zum 80. Jahrestag der Novemberpogrome 1938 entstand die Idee, einen öffentlichen Ort nach dem jüdischen Hagener Metzgermeister Simon Cohen zu benennen, der während der Pogromnacht schwer misshandelt wurde. Damals stellte sich vor allem die Frage, wie eine solche Umbenennung überhaupt möglich wäre. Nach Abschluss des Projekts begann ein mehrjähriger Prozess. In zahlreichen Gesprächen mit den Fraktionen des Hagener Rates, Geschichtsvereinen, engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie weiteren Akteuren der Stadtgesellschaft wurde die Idee diskutiert. Viele unterstützten den Vorschlag, andere verwiesen auf die historische Bedeutung des bisherigen Namens „Marktbrücke“. Die unterschiedlichen Positionen waren Teil eines offenen demokratischen Prozesses, der schließlich über vier Jahre hinweg geführt wurde. Am Ende dieses Weges stand die Entscheidung, die Marktbrücke in Simon-Cohen-Brücke umzubenennen. Damit entstand ein neuer, sichtbarer Erinnerungsort im öffentlichen Raum. Die Brücke erinnert nicht nur an Simon Cohen, sondern steht stellvertretend für die vielen Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, entrechtet, vertrieben oder ermordet wurden. Die Umbenennung verstehen wir als ersten Schritt eines größeren Vorhabens. In den kommenden Jahren sollen weitere Erinnerungsorte im Stadtgebiet entstehen. Dabei geht es nicht um klassische Denkmäler, sondern um Orte der Begegnung: Plätze, an denen Menschen zusammenkommen, verweilen und zugleich etwas über die Geschichte ihrer Stadt erfahren können. Denkbar sind Ruheräume, große Schaukeln, Stege, Brücken oder andere öffentliche Installationen, die Erinnern und Gegenwart miteinander verbinden. Die feierliche Einweihung der Simon-Cohen-Brücke wurde von Tänzerinnen und Tänzern des Hagener Balletts Sara Pena Carcias ,Dario.Ragelli , und Simon begleitet. Die Künstlerinnen und Künstler hatten sich bereits zuvor mit den Themen Ausgrenzung, Verfolgung und gesellschaftlicher Ausschluss beschäftigt. Während der offiziellen Umbenennung präsentierten sie eine eindrucksvolle Performance entlang und in der Volme sowie im Umfeld der Synagoge. Ohne Hemmschwelle in die eiskalte winterliche Volme so fühlten sich wahrscheinlich die deportierten in den Zügen wenn Sie in die Gaskammern verschleppt wurden. Ihre Darbietung verlieh der Veranstaltung eine besondere emotionale Tiefe und machte die Bedeutung des Erinnerns auf künstlerische Weise erfahrbar. Rund 500 bis 600 Menschen nahmen an der Einweihung teil. Die große Beteiligung zeigte, dass die Erinnerung an Simon Cohen und an die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Hagen weit über historische Forschung hinausreicht. Sie ist Teil einer lebendigen Erinnerungskultur, die Vergangenheit sichtbar macht und zugleich Fragen an die Gegenwart stellt.