
2010 Afghanistan
Beschreibung
Einsatz in Afghanistan MOHN UND MACHT WAFFEN UND RELIGION . Hat mich immer interessiert Das Projekt – Afghanistan (2010) Die Werkgruppe „Das Projekt“, entstanden im Jahr 2010, setzt sich mit einem Thema auseinander, das mich bereits seit meiner Jugend begleitet. Schon zur Zeit des Einmarsches der Sowjetunion in Afghanistan begann meine Auseinandersetzung mit diesem komplexen Konflikt – zunächst aus der distanzierten Perspektive eines Jugendlichen, später zunehmend als künstlerische und inhaltliche Annäherung. Über die Jahre hat sich daraus ein vielschichtiger Themenkomplex entwickelt, der sich in drei zentralen Motiven verdichtet: Mond, Macht, Waffen und Religion. Diese Begriffe stehen nicht isoliert nebeneinander, sondern durchdringen sich gegenseitig. Der Mond erscheint dabei als stiller Beobachter, als Symbol für Zyklen, Distanz und vielleicht auch für das Unfassbare. Dem gegenüber stehen Machtstrukturen, ideologische Systeme, religiöse Prägungen und die allgegenwärtige Realität von Gewalt und Waffen. In der Werkgruppe habe ich diese Spannungsfelder in einer Reihe von Bildern verarbeitet. Die Arbeiten zeichnen sich durch eine experimentelle Herangehensweise aus: Unterschiedliche Drucktechniken kommen zum Einsatz, teils auf ungewöhnlichen Materialien wie Noppenfolie. Diese Materialität ist bewusst gewählt – sie erzeugt Brüche, Strukturen und eine haptische Ebene, die den inhaltlichen Spannungen entspricht. Die Entstehungszeit der Serie fällt in eine Phase, in der militärische Einsätze – insbesondere der Bundeswehr in Afghanistan – gesellschaftlich stark diskutiert wurden. Militärische Zugehörigkeit war in Deutschland lange Zeit mit Skepsis behaftet, nicht zuletzt aufgrund der historischen Verantwortung und der schwierigen Vergangenheit. Diese kollektive Erinnerung bildet einen unausgesprochenen Hintergrund meiner Arbeiten, ohne dabei explizit im Vordergrund zu stehen. So ist eine Werkreihe entstanden, die weniger Antworten gibt als vielmehr Fragen stellt: über Machtverhältnisse, Glaubenssysteme, Gewalt und deren Wahrnehmung. „Macht und Mond“ bleibt dabei als Leitmotiv – als poetisches wie auch kritisches Spannungsfeld, das