
2006 Schmah Israel
Beschreibung
Schma Israel – Werkgruppe 2006 Im Jahr 2006 entstand meine Werkgruppe Schma Israel, großflächige Arbeiten auf Packpapier, die sich aus persönlicher Familiengeschichte, Erinnerung und Reflexion speisen. Texte wie „Nein, Mutter, weine nicht“ oder „Unbefleckte Himmelskönigin“ begleiten die Arbeiten und verleihen ihnen eine narrative Tiefe. Die Auseinandersetzung mit meiner eigenen Familiengeschichte hat mich tief geprägt. Erst nach und nach habe ich erfahren, wie unterschiedlich die Generationen sozialisiert wurden – von meiner Tante Hilla und ihrem Mann Fritz, die im Dritten Reich aufwuchsen und sich den damaligen gesellschaftlichen Normen anpassten, bis zu meinem Vater, der in jungen Jahren das Grauen des Krieges erlebte und durch Glück und Mut überlebte. Diese Geschichten von Überleben, Verantwortung, Schuld und Erinnerung sind Teil des Fundaments, auf dem Schma Israel basiert. Die Arbeiten auf Packpapier sind eine visuelle Übersetzung dieser komplexen Erfahrungen. Sie reflektieren nicht nur persönliche und familiäre Biografien, sondern setzen sich auch mit der kollektiven Erinnerung und der Frage auseinander: „Welchen Hintergrund haben wir?“ – eine Frage, die wir oft nicht vollständig beantworten können. Schma Israel ist für mich eine Suche, ein Gespräch mit der Vergangenheit, eine Auseinandersetzung mit den Widersprüchen von Erinnerung und Geschichte – und ein Versuch, die persönlichen Geschichten meiner Familie in einen anderen Kontext zu stellen.